Änderungsstand: 2020-11-09
Für manche ist die Multisite-Funktion von WordPress ein Segen, für andere völlig unnötig. Doch warum brauche ich sie – oder würde es auch ohne funktionieren?
Ich habe bisher 25 aktive Websites auf WordPress.com gehostet. Für jede davon nutze ich eine eigene Domain. Dank WordPress ist es relativ einfach, mehrere Seiten kostenlos zu betreiben – allerdings nicht als Multisite, denn diese Funktion gibt es bei WordPress.com nur in den teuren Paketen. Aber spätestens bei mehreren Seiten fängt es an, komplizierter zu werden: Welchen Namen verwende ich für jede Site? Was, wenn ein Name schon vergeben ist? Je mehr Seiten ich betreibe, desto unübersichtlicher wird es.
Da ich WordPress mittlerweile als Docker-Variante auf meinem Server betreibe, es mit Nginx Proxy Manager über eine DynDNS-Adresse erreichbar gemacht und per SSL verschlüsselt habe, kam mir der Gedanke: Warum nicht alles unter einer einzigen Adresse bündeln und Multisite nutzen?
So sieht das bei mir aus (Beispiele – keine aktiven Links):
- Übersicht:
http(s)://troubadix.duckdns.org/ - OpenMediaVault5:
http(s)://troubadix.duckdns.org/openmediavault5/ - Proxmox:
http(s)://troubadix.duckdns.org/proxmox/ - Unraid:
http(s)://troubadix.duckdns.org/unraid/
Da meine Sites noch im Aufbau sind, habe ich sie aktuell mit einem Passwort geschützt. Ich bitte um Geduld – wie so oft fehlt mir die Zeit, alles auf einmal fertigzustellen.
Wie richte ich WordPress-Multisite ein?
- Backup erstellen. Zur Sicherheit erstelle ich ein Backup meiner bestehenden Instanz.
- wp-config.php bearbeiten
nano /var/lib/Wordpress/wp-config.php
Ich füge die Zeile 2 nach der WP_Debug-Zeile hinzu:
define( 'WP_DEBUG', false ); define( 'WP_ALLOW_MULTISITE', true );
STRG-X, Y, Enter
- WordPress öffnen und vorbereiten
Ich logge mich als Admin ein und rufe das Dashboard auf. Jetzt deaktiviere ich alle Plugins und gehe zu Werkzeuge > Netzwerkeinrichtung.
Dort habe ich zwei Möglichkeiten:
- Subdomains:
proxmox.troubadix.duckdns.org - Unterverzeichnisse:
troubadix.duckdns.org/proxmox
Ich entscheide mich für Unterverzeichnisse, weil Subdomains bei mir nicht funktionieren (Stichwort: Wildcard-DNS via DNS-Challenge nötig). Ich vergebe einen Netzwerktitel und eine E-Mail-Adresse (Voreinstellung bleibt). Dann: Installieren.
- Anpassungen gemäß WordPress-Anleitung
Nun erklärt WordPress, was ich noch ändern muss:
Achtung: WordPress unterscheidet nicht zwischen Docker und klassischer Installation. Der Pfad
/var/www/htmlgilt für klassische Installationen – bei mir lautet er/var/lib/wordpress.
htaccess sichern und neu anlegen:
mv /var/lib/Wordpress/.htaccess /var/lib/Wordpress/.backup-htaccess.bak
Jetzt die Änderungen, wie sie in der WordPress-Website beschrieben sind, anwenden. Bitte genau lesen, was wohin soll.
Erstellen der neuen .htaccess-Datei und die Einträge, wie auf der WordPress-Website angegeben, einfügen:
nano /var/lib/Wordpress/.htaccess
STRG-x, y, Enter
wp-config erneut bearbeiten:
Ich übernehme die von WordPress vorgeschlagenen Änderungen und speichere wieder.
nano /var/lib/Wordpress/wp-config.php
STRG-x, y, Enter
- Fertig!
Nach einem Neuladen des Browsers kann ich mich neu einloggen – jetzt steht mir die Multisite-Funktion zur Verfügung.
Unter Meine Websites > Netzwerkverwaltung > Websites kann ich neue Sites hinzufügen:
- Seitenname
- Titel
- Admin-E-Mail
Fertig. Bei Problemen (z. B. leeres Dashboard) hilft es meist, alle Browserfenster zu schließen und neu zu starten.
Wenn erledigt, das Browserfenster aktualisieren, erneut einloggen und man kann ab sofort die Multisite(s) verwenden.
Unter „Meine Websites“ (ganz oben links im Menu) erscheint nun ein neuer Reiter Namens „Netzwerkverwaltung“. Dort auf Websites, kann man nur weitere Hauptseiten erstellen. Einfach auf „Neu hinzufügen“, Seitennamen angeben, Titel der Website und E-Mail benennen. „Website erstellen“
Falls es Login-Probleme gibt oder das Dashboard der neu erstellten Seite lässt sich nicht aufrufen, dann bitte alle Browserfenster schließen und erneut öffnen.
Backup:
Da die Backuptools, wenn man Multisite betreibt, alles Andere als erschwinglich sind, entschied ich mich einst für eine sehr einfache Methode. Hier noch einmal der Link. Allerdings habe ich seitdem ich Proxmox verwende keine Probleme mehr mit Backups. Ich sichere einfach den gesamten LXC-Container täglich automatisiert – und das funktioniert zuverlässig und ohne viel Aufwand. Sollte mal etwas schieflaufen, kann ich jederzeit einen funktionierenden Stand wiederherstellen. So brauche ich mir keine Gedanken mehr um spezielle WordPress-Backup-Plugins zu machen.